Daniel Schuster entschied sich vor ca. einem halben Jahr, dass er an dem Trailrun-Bewerb "North Trails" teilnimmt. Nach ca. sechs Monaten Vorbereitungszeit war es am 23. Mai 2026 soweit. Um 4.00 Uhr Samstagfrüh ging es los. Es waren rund 150 Teilnehmer für die 70km-Distanz am Start. Los ging es im Stift Schlägl in Richtung Ulrichsberg entlang der großen Mühl. Einen kurzen Stopp gab es bei der Firma Neuburger für eine kleine Stärkung. Danach ging es weiter nach Schöneben ins Innsholz zur nächsten Labstation. Frisch gestärk machte sich Daniel auf den Weg weiter zur Überlebenshütte am Hochficht. Bis dahin hatte er etwa 20km in den Beinen. Auch im Gasthaus zu Überleben gab es wieder reichlich Stärkung, denn die nächste Labstation war erst wieder 15km weiter bei der Bergstation Reischlberg. Von dort aus ging es am direkten Weg durch den Wald runter zur Talstation der Zwiesel. Von dort aus ging es für Daniel zum höchsten Punkt der ganzen Tour - nämlich auf den 1375m hohen Plöckenstein. Den Gipfel erreicht führte der Weg gleich wieder runter zur Grenzhütte, bevor es wieder rauf zum Reischlberg ging. Sehnsüchtig wurde die Labe erwartet und der Altenfeldner genehmigte sich nach 35km die erste längere Pause von etwa acht Minuten.
Mit dem Wissen, dass in Schöneben wieder ein eindrucksvolles Buffet der Labstation wartet, machte sich Daniel im Laufschritt wieder weiter auf den Weg in Richtung Hochfichtgipfel. Ohne Pause ging es weiter nach Schöneben. Gut gestärkt mit Speis und Trank sowie neuer Motivation von Freundin und Familie lief Daniel weiter zum Bärenstein. Bis dahin wurde der für das Skiteam startende Sportler von einem weiteren Altenfeldner, Andreas Katzinger, begleitet. Von dort an trennte sich aber ihre Wege, da jeder sein mögliches Tempo weiterlaufen wollte. Schuster fühlte sich fit genug, um das Tempo nochmals etwas zu erhöhen und lief runter zum Panyhaus. Von dort aus ging es über den Schwemmkanal zum Moldaustausee und weiter in die Bayrische Au. Der tückische, verwurzelte Waldboden führte zurück zum Hagerhof, bei dem dann bereits 60km in den Beinen waren. Dennoch war nun bereits ein Ende in Sicht. Daniel freute sich besonders auf diese Labstation und erzählte rückblickend: "Ich freute mich schon richtig auf die Labstation am Hagerhof, denn ich wusste, dass dort Emi, Eva, Mama und Papa mit meinem Hund Winnie auf mich warteten. Als ich sie dann anfeuern sah, freute ich mich riesig und bekam sofort Gänsehaut. Dort habe ich auch das erste Mal realisiert, dass ich mein gesetztes Ziel von 13-14 Stunden weit unterbieten kann."
So nahm er sich nur kurz Zeit für eine nasse Abkühlung und lief sofort weiter in Richtung Ziel in Schlägl. Nun machte sich die Anstrengung auch körperlich bemerkbar und es wurde immer stärker. Daniel versuchte ohne Pausen die körperliche Anstrengung in Zaum zu halten und lief durch. Am Ende konnte er mit einer beeindruckenden Gesamtzeit von 10 h 49 min und 2200 Höhenmeter später seine Familie und Freunde im Ziel in die Arme schließen. Die Leinölerdäpfel und das alkoholfreie Schlägler schmeckten verständlicherweise noch nie so gut, wie an diesem Tag im Zielgelände. "Es war extrem emotional im Ziel, weil ich so eine Art Gefühl noch nie zu vor verspürt habe. Es war eine mega Veranstaltung und ich habe nun Lust auf mehr!", zog Daniel Schuster sein Resümee.
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